Das Ende des Buches?

Nein, sicher nicht. Auch der Kindle oder der Sony E-Reader werden das nicht schaffen, was schon viele lange versuchen: Dem Buch irgendwie den Rang abzulaufen. Am ehesten hat dazu ja wohl noch das Fernsehen die Kapazität, aber das nur am Rande. Interessant jedenfalls, ist ein Artikel bei Spiegel Online, bei dem neben den Möglichkeiten für die Buchbranche auch auf Möglichkeiten für die Heftchenbranche hingewiesen wird. Ganz konkret Perry Rhodan, das ich schon seit vielen, vielen Jahren mit wechselnder Begeisterung lese:

spiegel.de

In dem Artikel wird zurecht darauf hingewiesen, dass Bücher ja nur ein Geschäftsmodell sind, das zugegebenermaßen von den Verlagen über die letzten Jahrzehnte perfektioniert wurde. Mit dem Ergebnis, dass man heute in Buchhandlungen eine Unmenge von Büchern kriegt. Aber kaum was anderes. Kurzgeschichten zum Beispiel, sind allenfalls in Form von Sammlungen zu bekommen, wenn sich überhaupt mal ein Verlag dazu erbarmt, so etwas abzudrucken. Viele Autoren sind früher aber mit diesen Formen der Literatur groß geworden und hätten es wohl anders auch kaum geschafft, einem großen Publikum länger im Gedächtnis zu bleiben.
Heutzutage liest man etweder Bücher, oder sonst halt nicht viel. Und da könnte doch der Kindle ansetzen. Oder auch der e-Reader.
Denn was, so fragt der Spiegel-Artikel provokant, was hat denn den Online-Musikvertrieb angekurbelt? 99 cent für einen Song, anstatt ein ganzes Album zu verkaufen. Das funktioniert natürlich nicht mit einem Buch, wer würde so was schon Kapitelweise kaufen?
Nein, aber mit Kurzgeschichten könnte es funktionieren. Endlich wieder eine Plattform, die sich da für jedermann anbietet, der sonst seine Texte wohl kaum gedruckt sehen würde.
Interessant ist, dass wir beim Perry Rhodan Online Club das schon länger erfolgreich praktizieren. Nicht kommerziell allerdings, sondern mit kostenlosen Downloads in vielen Formaten für viele Lesegeräte geeignet.
Da gibt es nämlich eine Fanserie zu Perry Rhodan namens Dorgon. Und noch einige andere Romane und kurze Serien und Kurzgeschichten, die man sich herunterladen kann. Viele wollen das gerne in einem Format, das man ausdrucken kann. Mit PDF ist dem auch Genüge getan. Und so gibt es einen Weg, wie man Romane kostengünstig vertreiben kann. Downloadzahlen sind messbar, wie oft die heruntergeladenen Romane weiterverschickt werden, natürlich nicht. Und schon gar nicht, ob der, der den Download gemacht hat, die Geschichte auch gelesen hat. Aber immerhin ist es ein Anfang.
Wer weiß, vielleicht gibt es ja bald auch Buchläden wie i-tunes, die man nur online betreten kann. Teilweise gibt es sie schon, aber bekannt sind sie noch nicht. (Beispiele: Readersplanet, Verlag Peter Hopf) Erst wenn die großen Ketten und Online-Handelshäuser das Thema entdecken, wird sich da etwas tun.
Ob dann Perry Rhodan nur noch so erscheint, wie der Spiegel-Artikel mutmasst, dass sei mal dahingestellt. So lange die Romane am Kiosk funktionieren, wird sich da sicher nichts ändern. Ergänzend zu diesen gedruckten Ausgaben, ist es aber heute schon möglich, jedes Heft auch online zu bekommen. Insofern ist der Artikel keine Utopie.
Vielleicht gibt es die Serie irgendwann ja wirklich nur noch im Internet. Oder im Buchladen an Computern, an denen man die Geschichten direkt auf den Reader laden kann, wie sie auch heißen mögen. Das wäre heute schon vorstellbar.
Aber dazu müssten die Händler und Verlage das auch wollen. Und ihre Geräte entsprechend kompatibel machen, dass einige Verfahren, die sich bereits durchgesetzt haben, auf den Geräten auch funktionieren. Das zumindest erscheint mir beim Sony-Reader wahrscheinlicher. Und neben Romanen und Geschichten, kann man dann vielleicht auch Tageszeitungen oder Magazinen auf diese Weise eine neue Heimat bieten. Vielleicht tut sich endlich doch was im Reader-Markt. Etwas, was der Technologie auf die Sprünge hilft. Auch wenn ich immer noch den wesentlichen Sinn des Ganzen im leichten Transport von Unterhaltung auf Reisen sehe, spielt es doch auch eine Rolle beim leichten Archivieren von Büchern. Wer schon mal mit allen seinen Büchern umgezogen ist, weiß wovon ich rede …
Es bleibt auf jeden Fall spannend.