Kategorie-Archiv: Sport

Sport ist eines meiner liebsten Hobbys

Keine Freude am Fußball

Ehrlich gesagt, zu den beiden Mannschaften, denen ich hier in der Vergangenheit ab und zu mal ein paar Zeilen gewidmet habe, fällt mir grade nicht mehr viel ein. Sehe gerade auf Sky Sport HD 2 das Rückspiel des VFB gegen Benfica und muss mich nur wundern. Wie innerhalb eines Jahres eine Mannschaft, die unter den Topmannschaften sich etabliert zu haben schien, zu einem Abstiegskandidaten werden kann, ist mir nicht so recht erklärlich. Kann sein, dass es tatsächlich mit dem mangelnden Fußballsachverstand des Vorstands zu tun hat und mit mangelnder Stringenz in der Trainerwahl und es mag auch sein, dass man die Problematik mit dem Abgang von Lehmann und natürlich auch von Khedira unterschätzt hat, aber das kann es doch wirklich nicht sein.

Momentan sieht es aus, als wären sie aus der Euroleague demnächst raus. Damit folgen sie dann wohl auch in anderer Hinsicht zwei anderen Bundesligisten, die auch schon gegen Lissabonn im Sechzehntelfinal rausgeflogen sind, um dann in die zweite Liga abzusteigen.

Ehrlich gesagt, kann ich mich langsam schon nicht mal mehr drüber aufregen. Sicher, traurig ist man als Fan schon. Aber ein wenig kann ich auch die Chance darin sehen. Vorstand ablösen, Präsident austauschen, mit Fußballsachverstand endlich mal nach einer klaren Linie suchen, aufbauen, wiederkommen und dann endlich mal längerfristig oben mitspielen, hört sich für mich nach einer sinnvollen Konzeption an. Wäre schon, wenn sie das so halten würden.

Und der VFR aus Aalen? Die müssen langsam zum „großen Bruder“ in Heidenheim aufschauen und ärgern sich sicher gehörig darüber. Auch hier weiß man nicht so recht, wohin sich das Team eigentlich entwickeln will. Und so richtig klappt es auch da nicht. Aber wenigstens steht man noch über dem Strich zu den Abstiegsplätzen. Wenn auch nur knapp. Wäre schon bitter, wenn man gleich direkt wieder runtermarschiert. Obwohl man so natürlich auch deutlich macht, dass die Hürde zur dritten Liga eventuell etwas groß ist. Es wird jedenfalls eng für beide Mannschaften. Da muss man sich langsam nach anderen Favoriten umschauen. Schließlich will man ja die erste Liga auch ohne den VFB genießen. Aber da ist sicher so lange jemand als Alternative zu finden :-).

Medien und Rechtewahnsinn

Dass TV-Rechte Exklusiv für Events vergeben werden, ist ja nachvollziehbar. Wer will das einem Medienteilnehmer schon verübeln, dass der lieber der einzige ist, der das ausstrahlt? Dass die Rechtekosten dafür aber ausufern, dürfte über kurz oder lang ein Problem werden.

Dieser Tage entzündet sich die Diskussion darum an den Rechten für die Leichtathletik-WM. ARD und ZDF wollen die 15 Millionen Euro nicht bezahlen, die für die beiden nächsten Ereignisse dieser Art fällig werden. Dieses Jahr findet selbige in Südkorea statt, während in zwei Jahren Moskau an der Reihe wäre. Sind 15 Millionen wirklich zu viel für die WM? Medien und Rechtewahnsinn weiterlesen

Der Fussball von seiner hässlichen Seite

Schon merkwürdig, diese Europa-Liga. Da spielt BVB in einer richtig schweren Gruppe und fliegt knapp raus, während der VFB wohl so ziemlich die leichteste Gruppe hat, die man sich wünschen kann, und ist souverän weiter. Das ist natürlich der Auslosung geschuldet und weder der BVB noch der VFB kann was dafür, höchstens noch dafür, was sie draus gemacht haben. Aber für den BVB war das gestern gegen abgezockte Spanier schon ziemlich ärgerlich und man muss leider anerkennen, dass der BVB gerade in der zweiten Hälfte so gar nichts aus seinen Möglichkeiten gemacht hat. Da waren die Jungs aus Spanien wohl zu abgezockt.

Insofern kann man den Vorwurf, hier nicht ausreichend gespielt zu haben, eigentlich nur dem BVB machen. Trotzdem hat mich masslos geärgert, wie Sevilla hier auf Zeit gespielt hat. Und der Schiedsrichter schien hier überfordert zu sein, denn von den fünf Minuten angeblicher Nachspielzeit, wurde ja nun allenfalls eine gespielt. Da nicht konsequenter mit Karten zu arbeiten für die Verzögerungen, ist nun wirklich nicht nachvollziehbar. Zumindest der Torhüter mit seinen minutenlangen Abschlägen, hätte da gelb-rot kriegen können. Und ein paar schauspielerische Leistungen von unmotiviert plötzlich zu Boden sinkenden Spielern im Trikot der Spanier war schon Oskarverdächtig. Wie gesagt, das enthebt den BVB nicht von seiner Verantwortung für die nicht vorhandenen Torchancen in der zweiten Halbzeit. Aber so soll Fußball nicht sein. Das will niemand sehen.

Da lobe ich mir das, was ich kurz darauf auf Sport1+ gesehen haben. Eine Aufzeichnung nämlich vom Monday Night Football Spiel der NFL aus den USA. Da spielten die Baltimore Ravens in Housten gegen die Texans. Sie hatten die Tecans gut im Griff, waren erst mit 21:0 vorne, dann mit 28:7 und es sah nicht aus, als könnte das Spiel noch spannend werden. Wurde es aber, denn als Matt Schaub, der Quaterback, nicht nur zwei Drives per Fieldgoal abschließen konnte, sondern dann noch im letzten Viertel zwei richtig geniale drives auspackte, war es plötzlich 28:28 unentschieden und ging in die Verlängerung. Der erste dieser genialen Drives ging über 99 Yards und endete mit Touchdown und anschließendem Fieldgoal, wonach nur noch acht Punkte Rückstand waren. Die wurden dann in einem zweiten Drive über 95 Yards eingefahren, erst durch Touchdown, danach durch 2-point-conversion. In der Verlängerung ging das Spiel zwar dann leider verloren, aber dass es noch mal so spannend wurde, war den Texans zu verdanken, die hier noch mal alles auspackten, was sie drauf haben. Nicht so, wie der BVB halt. Und vor allem war hier keine schauspielerische Leistung zu bewundern, sondern einfach nur guter Sport. Das ist schon ein Unterschied zum Affentheater Fussball, dass hier immer mehr zur Show verkommt und so auch immer weniger interessant wird. Bin gespannt, wie lange man diese Blase noch aufrecht erhalten kann.

Erstaunlich ist dabei, dass auch in den USA der Amercan Football immer mehr zum Event verkommt. Aber trotzdem kommen die Amerikaner damit irgendwie besser klar. Hier hat der Fussball nachholbedarf und zumindest was das Vermeiden schauspielerischer Leistungen angeht, kann man sich gerne was im englischen Fußball abschauen.

ARod und die 600 Homeruns

ARod ist die gängige Abkürzung für den US-Baseballstar Alex Rodriguez. Der spielt bei den New York Yankees an der dritten Base und läuft jetzt schon einige Zeit hinter seinem sechshundertsten Homerun her. Heute Abend hat er es geschafft. Im ersten Inning des Spiels gegen die Toronto Blue Jays, gelang es ihm zum sechshundersten Mal, den Baseball aus dem Spielfeld zu schlagen.

Dabei spielt offensichtlich keine Rolle mehr, dass Alex Rodriguez auf einer Liste mit gedopten Spielern stand und man ihn deswegen unter Verdacht haben muss, dass er genau dies in der Vergangenheit getan hat. Jetzt hat er also einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Homerunrekord geschafft. Aber um auf Position 1 zu gelangen, braucht er noch mal über 160. Dass er das schaffen kann, ist durchaus im Bereich des möglichen. Er ist immerhin der jüngste Spieler in der Major League Geschichte, der auf diese Zahl gekommen ist. Und so viele Spieler stehen in dieser Statistik auch nicht mehr vor ihm.

Eine beeindruckende Zahl ist es auf jeden Fall.

Baseball-Schiedsrichter

Armando Gallaraga ist Pitcher bei den Detroit Tigers. Und Armando Gallaraga war dieses Jahr nur ein „Out“ von einem „Perfect Game“ entfernt. Ein Perfektes Spiel, sozusagen. Das ist aus Sicht eines Pitchers natürlich dann der Fall, wenn in neun Innings jeder Spieler, der die erste Base erreichen will, voher ausgemacht wird. Bei neun Innings und drei „Out“ pro Inning, wären das 27 Out. 26 hatte Armando Gallaraga bereits „retired“, also wieder zurück auf die Bank geschickt.

Und dann kam der Cleveland Indian Jason Arnold. Er legte den Ball rechts am Pitcher vorbei in Richtung First Base. Der dortige Spieler, Miguel Cabrera, nahm den Ball auf und warf ihn zum Pitcher, eben jenem Armando Gallaraga, der auf die Base trat und damit das letzte „Out“ erzielt hatte.

Theoretisch zumindest. Baseball-Schiedsrichter weiterlesen

Frankreich-Farce

Und wenn wir schon dabei sind, die andere Farce ist heute auch zu Ende gegangen. Mit einem Sieger, den man auch hätte erwarten können. Nämlich Alberto Contador. Es war allerdings knapper, als man hätte meinen können, dank Andy Schleck. Aber eigentlich ist das ja auch alles gar nicht so wichtig. Viel interessanter finde ich, wie sich das langsam entwickelt. Über die letzten Jahre haben ja vor allem die öffentlich-rechtlichen sehr oft wegen der Tour hyperventiliert. Da wurden einfach Übertragungen zusammengestrichen oder komplett aus dem Programm genommen. Man hat zwar unsere Gebühren in die Rechte gesteckt, aber gucken mussten wir es dann bei Eurosport, denn die haben von Vorneherein nicht bei dieser scheinheiligen Medienhatz mitgemacht.

Denn wie man jetzt sehr schön sieht, ist es genau das gewesen. Inzwischen redet kaum noch einer von den dunklen Jahren, und man konzentriert sich wieder auf den Sport. Was man meiner Meinung nach die ganze Zeit hätte machen müssen. Denn immerhin gibt es ein Reglement, in dem Doping schlicht nicht erlaubt ist. Wird also einer erwischt, dann weiß er genau, was ihm blüht. Generalverdacht ist nun jedenfalls nicht das, was man da üben sollte. Frankreich-Farce weiterlesen

Hockenheim-Farce

Ich bin ja nun, wie man hier am Blog auch erkennen kann, durchaus ein Freund der Formel 1. Und als solcher, habe ich heute die Gelegenheit genutzt und mir das Rennen aus Deutschland angeschaut. Und anschließend eigentlich nur noch verwundert den Kopf geschüttelt. Da fährt die ganze Zeit einer vorne weg und dominiert das Rennen, während sein Kumpel hinterherfährt. Und dahinter dann „die große, deutsche Hoffnung“ Sebastian Vettel. Und dann, ganz kurz vor Schluss, macht der vorne einen „Fehler“, weil der hinter ihm angeblich schneller ist (warum hat er dann nicht schon lange überholt?) und plötzlich ist alles ganz anders.

Als Fernsehzuschauer, fühlt man sich da schon verschaukelt. Aber ist ja nichts neues, das konnte Schumacher schon 2002, als er ebenfalls zuungunsten eines Brasilianers, einen Sieg für sich verbuchen konnte. Deswegen kann ich auch nachvollziehen, dass dieser Michael Schumacher da eine andere Einstellung zu hat, als ziemlich viele andere. Aber immerhin gibt es ja doch noch einen Unterschied, und den hat auch der Michael Schumacher wohl vergessen. Als er damals profitiert hat, war es immerhin noch nicht illegal, so ein Manöver zu vollführen. Mittlerweile ist aber Stallregie schlicht verboten. Und wenn nun die Kollegen an der Box dafür sorgen, dass das Rennen plötzlich ganz  anders endet, als alle erwarten, dann muss man sich nicht wundern, wenn das vielleicht der eine oder andere uncool findet. Ich bin zwar kein großer Freund von Norbert Haug, aber in der Beziehung kann man ihn nicht kritisieren. Ich habe seine Einstellung beim Zweikampf zwischen Fernando Alonso und Lewis Hamilton immer bewundert. Da ging es nach der Devise, wenn der Fernando ein Problem damit hat, dass der andere besser ist, dann soll er was dagegen tun und die nächsten Rennen eben gewinnen. Stallregie gibt es nicht. Jetzt ist er bei Ferrari und wir wissen auch, warum. Da kriegt er offensichtlich den Nummer-Eins-Status. Für Felipe Massa ist es schade und was man schon befürchten konnte, ist jetzt eingetreten.

Aber man muss sich ja nicht wundern. Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der es nur noch um Partikularinteressen geht. Und deswegen muss es einen auch nicht erstaunen, wenn hinterher ein Fernando Alonso in der Pressekonferenz sitzt und breit grinsend so tut, als wenn überhaupt nichts gewesen wäre. Und ein Felipe Massa daneben sitzt und sich sichtlich so fühlt, als wäre er im falschen Film. Man fragt sich schon, ob die alle wirklich glauben, wir hätten das nicht bemerkt. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass denen das vollkommen egal ist. Da lobe ich mir wenigstens Niki Lauda mit seinen altmodischen Ansichten von Ehre. In der Welt des Niki Lauda, möchte man jedenfalls eher leben, als in der von Ferrari heute präsentierten.

Wie auch immer, ich würde mich nicht wundern, wenn die Aktion der Italiener ungeahndet bleibt und man es einfach so lässt, wie es ist. Natürlich wird man noch eine medienwirksame Erklärung zurechtzimmern, in der man das Geschehen zutiefst verurteilt. Und selbige Medien werden natürlich hechelnd die Entschuldigung verbreiten und so tun, als wäre jetzt alles wieder in Ordnung. Und Niki Lauda? Der wird wahrscheinlich noch ein Weilchen drüber meckern, und irgendwann ist dann Gras drüber gewachsen. Eigentlich schade, aber halt nicht zu ändern. So lange der Zuschauer das mitmacht und nicht durch gnadenlose Missachtung bestraft, ist ja nichts passiert. Sieht man auch sehr gut daran, wie wenig man bei der diesjährigen Tour de France vom Doping gehört hat. Interessiert irgendwie alles keinen mehr.

Aber ist ja auch egal.

Update 23:48: Wie vermutet. Im Videotext konnte man lesen, dass die FIA der Ferrari kaum Ärger macht. Die 100000 Dollar Strafe sind angesichts des gewünschten Ergebnisses wohl zu erwarten. Ob das nun wirklich ein „hoher Preis“ ist, denn Ferrari dafür zahlen musste? Naja, bei dem Budget ist es vielleicht eher ein Trinkgeld. An der Reihenfolge im Rennen ändert sich hingegen nichts, es hat keine Folgen für die Wertung des Hockenheim Grand-Prix. Also ist nichts passiert und Ferrari durfte sich rauskaufen. Konsequent bis zum Erbrechen. Ach ja, der neue Chef der FIA ist ja nun kein geringerer als Jean Todt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt … (das hab ich heut schon mal geschrieben …

WM vorbei

Das wars dann mal wieder mit der Weltmeisterschaft. Und wir müssen wieder mal vier Jahre warten, bis vielleicht doch mal wieder ein Titel drin ist. Obwohl der nächste ja wahrscheinlich für Brasilien reserviert ist. Die werden sich wohl zu Hause den Titel nicht nehmen lassen. Andererseits – wer weiß?

Diesmal jedenfalls, ging der Titel an Spanien. Und das nicht einmal unverdient. Auch wenn wohl eine Reihe der niederländischen Spieler davon überzeugt sind, dass der Schiedsrichter nicht auf ihrer Seite war. Naja, wenn Nigel de Jong wirklich Kritik am Schiedsrichter üben will dafür, dass er ihn auf dem Platz gelassen hat, anstatt ihm für diese Kung-Fu Aktion rot zu zeigen und ihn dahin zu schicken, wo er hingehört hätte … das lässt schon tief blicken. Oder Marc van Bommel. Da dachte man, er hätte jetzt begriffen, was Fußball ist, schon haut er den Gegner wieder zu Boden. Hätte sich nicht über Rot beklagen können. Wer vor lauter brutalem einsteigen vergisst, dass das Spiel doch noch Fußball heißt, der muss sich nicht wundern, wenn das irgendwann bestraft wird. WM vorbei weiterlesen

Semi

Ja, semi, so geht es mir irgendwie auch nach den beiden Halbfinals.

Uruguay – Niederlande

Ich bin immer noch der Meinung, dass die Urus hier zu Unrecht stehen. Hatte erst vor kurzem eine Diskussion mit einem Kollegen, der das „vollkommen in Ordnung“ fand. Auch eine Ansicht. Klar, es gibt Regeln und Suarez hat sich nicht daran gehalten. Dafür hat er Rot gekriegt und es gab einen Elfmeter, den Assamoah Gyan versemmelt hat. Selber schuld, kann man da nur sagen.

Aber das bedeutet ja nicht, dass man hier eine Position einnehmen sollte, die besagt, ist schon ok, wenn hier einer auf die Art und Weise betrügt und damit auch noch durchkommt. Man sollte immerhin schon davon ausgehen, dass bei solchen Spielen eine tendenziell eher sehr hohe Einschaltquote dafür sorgt, dass dieses Ereignis auch eine entsprechende Reichweite hat. Und wenn wir nun suggerieren, dass eine solche Art von Betrug nicht nur in Ordnung ist (er wurde ja bestraft …), sondern auch noch in Ordnung ist, dass man auf diese Weise einen Vorteil draus ziehen kann, dann ist das meiner Meinung nach das falsche Signal. Es schauen immerhin auch viele Leute dabei zu, die sich dort ihre Vorbilder suchen.

Und wenn man solcherartiges betrügerisches Verhalten auch noch in Ordnung findet, dann muss man sich nicht wundern, dass die Welt so ist, wie sie ist.

Aber egal, auf das Spiel hat das ohnehin keine Auswirkungen mehr. Uruguay spielt durchaus gut, auch ohne Suarez, und lässt die Niederlande nicht besonders oft gefährlich sein. Aber am Ende kriegen sie den Gewaltschuss halt doch. Forlan kann antworten, aber dabei bleibt es dann auch. In der zweiten  Halbzeit kriegen die Urus noch ein Tor aus mehr als nur abseitsverdächtiger Position. Egal, ob der Kollege nun dran war, oder nicht, wenn er Anstalten macht, hier vielleicht die Richtung des Balles beeinflussen zu wollen, dann irritiert er den Torwart. Und wenn das passiv ist, dann ist ein Hotdog gesünder, als grüner Salat. Aber passt ja zu vielen tollen Entscheidungen der Schiedsrichter.

Whatever, das Ergebnis ist auf jeden Fall nach Robbens Kopfball klar. Oder auch nicht, denn Uruguay kommt dann noch zum Anschlusstreffer und damit muss man sich schon fragen, was wohl passiert wäre, wenn das Tor vorher nicht gezählt hätte … Schade, dass man sich das so oft fragen musste, bei dieser WM.

Das Ergebnis ist aber das gleiche. Niederlande sind im Finale und freuen sich auf die deutschen.

Deutschland – Spanien

Die zweitbeste Mannschaft gegen die beste. Das Ergebnis war folgerichtig, muss man schon zugeben, auch wenn der Stachel natürlich noch ziemlich tief sitzt und dementsprechend auch recht schmerzhaft zwickt. Unsere Jungs haben es nie verstanden, den Spaniern Paroli zu bieten. Aber mit achtzig Minuten Angsthasenfussball kommt man halt nicht gegen Spanien an. Einen Aufwärtstrend gegenüber dem Finale der EM konnte man wohl beobachten, aber was nützt es? Ein direkt erzieltes Tor hatte Spanien diesmal nicht, nur eines aus einer Standardsituation. Die Abwehr hat also durchaus gut gearbeitet und auch Neuer hat überzeugt. Schwieriger war es in der Offensive. Ein offensichtlich fehlender Müller, war natürlich keine gute Nachricht für uns und hinterher kann man natürlich leicht sagen, dass sowohl die Personalie Kroos als auch Marcel Jansen hier Belebung gebracht haben. Ob das auch von Anfang an so gewesen wäre?

Fakt ist aber, dass die Mannschaft es nicht geschafft hat, die Räume für die Spanier eng genug zu machen. Ein konsequentes Forechecking betrieb eigentlich nur Spanien. Deutschland war teilweise viel zu weit von ihren Gegenspielern weg und hatte dermaßen Respekt vor den Jungs in Rot, dass sie eben einfach nicht zu mehr kamen.

Ausblick aufs Finale

Spanien verdient im Finale und damit vermutlich auch Weltmeister. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Niederlande mit ihrem Zufalls-Fussball hier arg durchkommen werden. Und was ich auch nicht glaube ist, dass Spanien bei einem eventuellen Gegentor so kollabieren wird, wie Brasilien. Wäre aber letztendlich auch nur folgerichtig, dass die beste Mannschaft der letzten Jahre sich auch den Titel holt. Eines ist damit jedenfalls auch schon klar: Ab Sonntag wird es acht Nationen geben, die schon mal Weltmeister waren …

Eines wollte ich noch loswerden: Es nervt total, dass Weltmeisterschaften im Fussball nur alle vier Jahre sind. Da muss man immer ewig warten, bis mal wieder eine ist, und noch viel ewiger, bis man mal wieder jubeln darf. Ich wird auch nicht jünger. Heul … 😉

Argentinien – Deutschland

Man, da schwitzt man ohnehin schon aus allen Poren wegen den 35 Grad vor der Tür, und dann noch so ein Spiel. Die sollten mal an meinen Blutdruck denken. Da kriegt man Sauerstoffmangel im Hirn und es ist einem dauernd schwindelig. Das war wirklich Stress, dieses Spiel anzuschauen und ich hätte mir heute gerne etwas weniger Grade auf dem Thermometer gewünscht.

Aber man kann halt nicht alles haben. Dafür hat es ja ein Spiel gegeben, das einem alleine schon Feuer gemacht hätte. Nach nicht mal drei Minuten haut Deutschland einen Freistoß in den Strafraum und Müller hält den Schädel hin. 1-0 für Deutschland und in der Folge wackelt der Favorit bedenklich. Und das noch mit einem Freistoß! Einem der Standards, aus denen heraus man schon zwei Jahre lang kein Tor mehr gemacht hat. Unglaublich.

Ja, dann wacht der Favorit aber doch auf und stört den Sturmlauf der Deutschen immer mal wieder. Allerdings sieht Messi uralt aus, weil dauernd einer auf seinen Zehen rumtrampelt und irgendwie die ganzen Passwege zugestellt sind. Er ist irgendwie verloren da vorne und nach hinten arbeitet der kein bißchen.

Dafür sieht Deutschland in der Defensive megakompakt aus. Neben Arne Friedrich, kriegt diesmal auch Mertesacker wesentlich besser auf die Reihe, was er machen soll und Lahm auf Links ist eh eine Bank. Rechts steht auch Boateng durchaus sicher und der Druck gegen die argentinische Offensive ist schon enorm.

Aber am Ende der ersten Halbzeit wird es schwieriger für die deutschen und als die zweite losgeht, spielt zunächst mal nur noch Argentinien. Deutschland wankt, Schweinsteiger versucht immer wieder, das Tempo rauszunehmen, aber selbst der überragende Deutsche an diesem Tag, hat in dieser Phase Probleme. Gegen Argentinien muss man mit so was aber rechnen.

Dann ein Gegenstoß wie in letzter Zeit von Deutschland gewohnt. Über links kommen sie vors Tor, Müller erhält den Ball, fällt hin, auf dem Hosenboden spielt er den tödlichen Pass auf Podolski, der seinen Kumpel Klose in der Mitte sieht. Der macht das Ding, schaut noch kurz zum Linienrichter rüber und dann brechen alle Dämme. Bei den Argentiniern geht nichts mehr, sie werden immer anfälliger gegen die deutschen Konter. Und so kommt auch Arne Friedrich zu seinem ersten Tor im Nationaldress. Schweinsteiger tankt sich durch bis zur Grundlinie, passt in die Mitte, wo Friedrich nur noch den Zeh hinhalten muss. Zum Abschluss dann noch mal über links, Podolski passt nach vorne auf Özil, der die Kugel elegant in die Mitte hebt, wo Klose direkt verwandelt.

Vermutlich haben sich die Engländer erleichtert ein Bierchen eingeschenkt, wenn sie das zu Hause gesehen haben. Hätte durchaus noch schlimmer kommen können, wenn Deutschland gegen Argentinien vier Tore reinspielen kann …

Einziger Wermutstropfen, das Halbfinale findet ohne Müller statt. Der sieht gelb wegen einem Handspiel und eigentlich ist das schon wieder ein Grund, sich über den Schiedsrichter zu ärgern. Warum? Ein Freistoß von mir aus noch, aber Müller hat den Arm angelegt und macht keine Anstalten, gegen den Ball hauen zu wollen. Das ist doch keine Absicht! Außerdem muss er dann Messi ebenfalls den gelben Karton zeigen, weil der zuerst Hand gespielt hat. Eine dumme Entscheidung, die Müller das Halbfinale kostet. Das ist wirklich bitter für den jungen, der in seinem siebten Länderspiel wirklich eine famose Leistung geboten hat. Geil, geil, geil, kann man da nur sagen. Irgendwann dachte man nur noch, ich glaube, ich träume. Und rieb sich verwundert die Augen. Deutschland spielt wie die Brasilianer sonst und die fliegen raus, indem sie so spielen, wie die deutschen sonst immer.

Mal ehrlich: Ich freue mich, dass die defensiven Teams sich zumeist nicht durchsetzen konnten. Wer keine Stürmer hat, muss jetzt auch nicht dauernd gewinnen.